Elemente der Postproduktion – Ablauf und Reihenfolge

Nach der Konzeption und dem erfolgreichen Filmddreh steht die Postproduktion an. Diese umfasst je nach Format verschiedene Schritte. In der Regel ist der Ablauf bei Samuel Becker wie folgt:

  1. Videoschnitt
  2. Sound Design oder GEMA-freie Musik
  3. Motion Design und Visuelle Effekte
  4. Farbkorrektur und Color-Grading
  5. Mastering, Export, Archiving

Videoschnitt

Erfassen des Videomaterials und Auswahl von Bildfolgen für den Grobschnitt

Der Videoschnitt ist der wichtigste Prozess der Postproduktion. Spätestens hier kann man feststellen, ob der Film den Vorstellungen entspricht, die man schon vor dem Dreh hatte. Nach dem Sichten des gesamten Videomaterials beginnt die Auswahl der einzelnen Takes für den Grobschnitt. Hier wird sich an dem vorherigen Drehbuch orientiert.

Bei Low-Budget Produktionen ist oft nur ein grobes Konzept vorhanden. Dann beginnt an dieser Stelle der eigentliche kreative Prozess. Was für eine Story lässt sich aus dem abgefilmten Material erzählen?

Allgemein gilt die Regel, dass ein unsichtbarer Schnitt der beste ist. Es wird viel gearbeitet, damit der Zuschauer die Arbeit nicht sieht. In dem Prozess werden täglich hunderte Entscheidungen gefällt, die meisten jedoch widerrufen und der Rest ist bestenfalls nicht sichtbar.

Bei kleineren Produktionen (ein Drehtag vor Ort) kann der Kunde schon nach 2-3 Werktagen mit dem ersten Grobschnitt rechnen. Bei Imagefilmen oder Werbefilmproduktionen erhält der Kunde nach ca. einer Woche das erste Ergebnis. Parallel zum Schnitt wird an dem Sounddesign gearbeitet.

Sound Design vs. GEMA-freie Stock-Musik

Individuelles Sound Design und komponierte Filmmusik 

Mir ist es ein anliegen, Filmproduktionen möglichst individuell und passgenau für meine Kunden zu gestalten. Deshalb ist ein individuelles Sounddesign für jede größere Produktion ein Muss. Hier arbeite ich mit verschiedenen jungen, kreativen Sounddesignern zusammen. Vorteil dabei ist, dass der Sound perfekt auf den Schnitt, die Dramaturgie und die Videolänge angepasst wird. 

Neben der eigens für den Film komponierten Musik werden gegen Ende der Postproduktion noch verschiedene Soundeffekte hinzugefügt – zum Teil Sounds, welche beim Dreh separat aufgenommen wurden, teilweise Sounds aus Online-Libraries.

Hier gilt es besonders: Wenn dem Zuschauer etwas auffällt, hat man schlecht gearbeitet. Eine professionell aussehende Produktion erfordert an erster Stelle guten Sound. Denn Ohren sind grundlegend kritischer als Augen. Stimmt ein einziger Soundeffekt nicht, weil er nur ansatzweise asynchron zum Bild ertönt, merkt ein Zuschauer das schneller, als er Bildfehler erahnen kann. Das wirft ihn aus der Bahn und die aufwändige visuelle Gestaltung verliert ihren Wert. Deshalb legen wir besonders großen Wert darauf, dass hier alles stimmt.

Alternative für kleinere Budgets: GEMA-freie Stock-Musik

Die Alternative zum individuellen Sounddesign ist die GEMA-freie Musik. Online gibt es verschiedene Audioplattformen, welche vorproduzierte, GEMA-freie Musik anbieten. Je nach Plattform und Qualität muss man hier zwischen 150 und 600 Euro pro Track für eine kommerzielle Lizenz einkalkulieren.

Vorteile

  • Sie als Kunde können aus verschiedenen Tracks auswählen. Es gewährt eine gewisse Flexibilität und Sicherheit.
  • kostengünstig und sofort verfügbar
     

Nachteile

  • Neben den Lizenzkosten ist der Aufwand für die Recherche der passenden Musik mit einzukalkulieren.
  • Trotz Nutzung von verschiedenen Audioplattformen ist das Angebot begrenzt. Nicht für jede Filmproduktion sind passende Tracks zu finden.
  • Bei einem Drehbuch, wo unterschiedliche Emotionen und Settings schnell aufeinander folgen, ist es herausvordernd, einen Track zu finden, der diese Gefühle wiederspiegelt.

Motion Design, Visuelle Effekte – Animation für das Video

Danach wandert man in der Regel zu Software, die über die Grenzen von Schnittprogrammen hinausgeht. Es werden kreative Titel oder Untertitel gestaltet, Logos animiert, Retusche betrieben oder sogar Bildinhalte entfernt oder hinzugefügt. Bei der Bildmontage werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn der Zuschauer gar nichts merkt. Alles soll sich in ein natürlich wirkendes Bild integrieren.

Hier ein Beispiel: Für den Imagefilm von Fröhlich und Dörken haben wir das Logo unseres Kunden auf eine LKW Plane montiert – Luftaufnahme mit 25 Bildern pro Sekunde:

Beispiele 2D Logo Animation:

Farbkorrektur und Color Grading

Auch wenn beim Dreh immer darauf geachtet wird, dass die Farbtemperatur stimmt, werden kleine Feinheiten korrigiert, damit weiß immer weiß ist und schwarz immer schwarz; das nennt sich Farbkorrektur. Kreativ wird's beim anschließenden Color Grading, wo weiß dann grün und schwarz dunkelblau werden kann oder was auch immer farblich die gewünschte Stimmung des Films verstärkt.

Mastering, Export, Archiving

Wenn der Film fertig und Sie zufrieden sind, wird er in den Formaten, die Sie benötigen, ausgespielt. Da wir Qualität großschreiben, sorgen wir dafür, die bestmögliche Datei für die Online-Veröffentlichung auszugeben. Für DVD-Veröffentlichung oder private Vorführungen gelten andere Regeln, nämlich geschickte Komprimierung, die möglichst keinen sichtbaren Qualitätsverlust aufweist, aber trotzdem als kleine Datei übertragbar und abspielbar ist.